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Helmut Debus: liekut un annersrum  (Thein, 2015)
 
Pünktlich zu seinem 66jährigen Geburtstag schenkt der große Poet von der Weser sich und seinen oft langjährigen Zuhörern seine zweite richtige Band-CD, die zugleich sein bereits 19. Album seit seiner
1976 eingespielten Debut-LP "Wo ik herkam" markiert. Seidem singt und schreibt - und denkt - Debus
op Platt, in plattdeutscher Sprache also, die niemand anders hierzulande auf so poetische und wunderbar melodische Weise zum Klingen bringt.
Der zurecht mehrfach ausgezeichnete Songwriter aus Brake, ein bekennender Freund der Nacht und des Mondes, der auch auf dieser Platte und obendrein in gleich sieben Songs scheint, beginnt diese
großartige, ganz besondere Dreiviertelstunde zunächst allein, ehe die Band einsetzt. "In Amerika" heißt dieses Sehnsuchtslied, das von einem Jungen erzählt, der sich vom Weserstrom über den Teich
hinein in die Welt träumt, dorthin, wo Lou Reeds "Coney Island" wartet und der oft bluesig verklärte
Missisipi strömt. Andere träumen von El Dorado, wo Abenteuerlust und Aufbruch zumindest im Traum mit Gold belohnt werden.
 
Doch Debus weiß zugleich, dass Sehnsuchtsorte wie Amerika auch Illusion sein können und dass es dort, wo "Clowns mit Blumen winken", in diesem vermeintlichen Paradies der Oberflächlichkeiten und Belanglosigkeiten, auch bisweilen "na Lögen, Dollars un Verrat" stinkt. Und dass man dort verloren gehen kann.
 
"Waak up un drööm" - Wach auf und träume, singt Helmut Debus denn auch in der zweiten Hälfte dieses großartigen Albums, das ein weiteres mal mit Michael Jungblut, Iko Andrae und Andreas Bahlmann - "The Band" schlechthin - eingespielt wurde. Denn was die drei ebenso lässig wie professionell daher kommenden Kerle aus dem Norden da bisweilen zaubern, wie sie die Debus-Songs und seine Stimme verständnisvoll ummanteln und ihnen bisweilen herrlich ruppigen Biss geben, besticht erneut auf höchst überzeugende Weise. Man höre nur, wie Jungbluts Gitarre in "De Nacht is so still" scheinbar beiläufig "It´s all over now, Baby Blue" (in der Fassung von "Them") in Erinnerung ruft. Und wie einfühlsam diese abermals angeheuerte Crew Debus auf "Dusend Traanen deep" begleitet, ehe sie für die von Helmut Debus lange aufbewahrten und jetzt wieder aus dem Schrank geholten blauen Wildlederschuhe fabelhaft rocken. Das "live" zu erleben, dürfte eine besondere Freude sein.
 
Ein Höhepunkt des Albums ist der Titelsong dieser auch klanglich überzeugenden, erneut bei Friedrich Thein in Bremen aufgenommenen CD. Eindringlicher und poetisch gehaltvoller können große Lieder kaum sein.
Fürwahr ein Meisterwerk von einem der beständigsten und ganz großen Singer-Songwriter unserer Zeit, der "im Kopf all die Lieder von Zukunft und Leben" trägt und uns daran teilhaben lässt. "liekut un annersrum" - "immer geradeaus und doch andersherum" - vermittelt auf so wunderbare Weise typische Debus-Sprachbilder, die ihm so schnell keiner nachmacht  und die wir so gerne von ihm hören: "Sireen" singen - Klaypsos Kirschoogen - lockt up dat Eiland unnern Rägenbogen - Bliev hier ... Bliev hier ... ."
 
"Wir gucken der Welt unter den Rock - und hören den Klang vom Meer", singt Helmut Debus an einer anderen Stelle. Den dafür passenden Soundtrack liefert diese rundum wunderbare CD.
 
 
 
Michael Tiefensee, Eningen
 
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