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Aus NORDWEST-ZEITUNG vom 17. September 2015                                                                          
 
"Songs brauchen Dreck unter den Nägeln"
Warum Helmut Debus mit der modernen Welt ins Gericht geht und sich das Träumen bewahren will
         
"Liekut un annersrum" heißt das neue Album des plattdeutschen Songpoeten aus Brake. Debus sagt, es enthalte die besten Texte, die er je geschrieben habe.
von Detlef Glückselig
 
Wenn man seine allererste CD oder Schallplatte herausbringt, ist das sicherlich furchtbar aufregend. Wie ist es bei der 19.?
Wir haben das Album an zwei Tagen eingespielt. Ich war so aufgeregt, dass ich nachts nicht schlafen konnte. Ich hatte mir vorgenommen, nicht zu rauchen, um gut bei Stimme zu sein. Dann hab ich in einer Tour gequalmt. Dafür glaube ich, dass die Songs auf "Liekut un annersrum" die besten sind, die ich je geschrieben habe.
"Liekut un annersrum" ist das zweite Album in Folge, das Sie mit einer kompletten Band aufgenommen haben. Warum?
Manchmal öffnet sich eine Tür, und dein Leben ändert sich. So ging es mir, als ich durch einen Zufall diese Band kennenlernte. Ich glaube, dass meine Musik eine gewisse Portion Dreck unter den Fingernägeln braucht. Genau diese Kantigkeit und Rauheit geben mir die Jungs. Für mich ist es ein großer Glücksfall, dass wir uns gefunden haben.
Es fällt auf, dass die Band erneut sehr songdienlich agiert, ihrem Frontmann unaufdringlich, aber höchst effektvoll in die Karten spielt. Haben Sie da Seelenverwandte gefunden ?
Auf der ersten CD hat die Band noch recht distanziert und tatsächlich dienlich gespielt. Das hat sich grundlegend geändert. Vor allem Michael Jungblut an der Gitarre hat viel beigesteuert und den Songs die atmosphärische Farbe gegeben, die sie brauchen. Das ist genau der Glücksfall, von dem ich spreche: Michael versteht meine Haltung. Er weiß genau, was ich ausdrücken will, und setzt das in seiner musikalischen Sprache perfekt um. Wenn Text und Musik so zusammengehen, dass man einfach das Gefühl hat, dass es stimmt, dann entsteht etwas ganz besonderes. Das kann man nicht erklären, aber man kann es fühlen.
Der Vergleich mit Bob Dylan drängt sich bei "Liekut un annersrum" mehr denn je geradezu auf. Schmeichelt Ihnen ein solcher Vergleich oder nervt er Sie eher?
Bob Dylan ist einer meiner Helden. Ich habe lausige Konzerte von ihm erlebt und mich immer gefragt, warum ich da eigentlich noch hingehe. Es ist seine Stimme, die mich berührt. Das ist wie mit Rilke-Gedichten, die ich fast nie verstanden habe. Aber sie haben einen Klang, der in mir etwas auslöst. So geht es mir auch mit Dylan. Insofern schmeichelt mir der Vergleich natürlich.
Woher kommen die Ideen für ihre Texte, woher die Inspiration für diese großen Sprachbilder?
Wenn ich das wüsste .... Manchmal ist es ein Satz, manchmal etwas, das ich gesehen habe. Manchmal habe ich den Eindruck, es führt mir jemand die Hand und lässt mich Empfindungen ausdrücken, von denen ich garnicht wusste, dass sie in mir stecken. Und manchmal ist es auch einfach Zorn.
So wie in "De Clowns winkt mit Bloomen", dem zweiten Song Ihres neuen Albums. "Bunte Billers haun de Seeln twei, plappern plappern grell ohn Gnaad" heißt es da. Hadert Helmut Debus in seinem 67. Lebensjahr mit der modernen Welt?
Ja, natürlich hadere ich mit vielen Dingen. Die Welt vor dem Fernseher war noch ein akzeptabler Ort. Durch das Fernsehen werden wir mit allen Katastrophen, mit allem Bösem tagtäglich konfrontiert. Das hat die Welt in unserem Denken und Fühlen, in unserem Inneren zu einem ganz unsicheren Ort gemacht. Wir haben Teile unseres Urvertrauens verloren, sind vielfach ohnmächtig geworden. Ich glaube, gerade Künstler, Leute, die Musik machen, die schreiben, spüren solche Dinge als erste. Und es ihre Aufgabe, sie zu beschreiben.
"In Amerika", der Eröffnungstitel, handelt von Fernweh und der Sehnsucht ausgerechnet nach den USA. Schwappen nicht gerade von dort all die Dinge herüber, gegen die Sie in "De Clowns winkt mit Bloomen" nur einen Song später wettern?
Als Junge saß ich am Strand und träumte von Amerika. Ich hab das nie aufgeschrieben. Vielleicht wegen genau der Bedenken, die Sie gerade geschildert haben. Jetzt musste es einfach raus. Natürlich sind Hoffnungen immer naiv. Aber wir leben von ihnen. Deshalb glaube ich, dass die beiden Songs eher zusammengehören als im Widerspruch zueinander zu stehen.
"Waak up un drööm" - wach auf und träume - heißt einer der letzten Titel des Albums. Wovon träumen Sie?
Ich träume davon, das Träumen nicht zu verlieren. In unserer komplett durchorganisierten Welt, in der jeder programmiert werden soll, ist das ganz besonders wichtig.
 
Link zur Unterseite "Liedtexte" mit Text zu "De Clowns winkt mit Bloomen":
Liedtexte
 
 
 
 
 
 
 
Helmut Debus (2. von links) bezeichnet es als Glücksfall, seine aus Michael Jungblut, Andreas Bahlmann und Iko Andrae (von links) bestehende Band gefunden zu haben.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Aus KREISZEITUNG WESERMARSCH vom 3. November 2015                                                                     
 
Ein mitreißendes Heimspiel im Centraltheater
Helmut Debus stellt seine neue CD vor - Mit seiner Band rockt und swingt er wie nie zuvor in den zurückliegenden 40 Jahren
VON CHRISTOPH HEILSCHER
 
BRAKE. Wenn Helmut Debus im Braker Centraltheater ein neues Album vorstellt, dann geht es stets um mehr als dieses neue Werk. Der Braker Sänger und Dichter und seine Heimatstadt, das ist ein spannungsvolles Verhältnis, und doch auch ein Bekenntnis. "Hier liggt mien Hart", singt Helmut Debus in seiner vierten und letzten Zugabe zum Schluss eines langen Konzertabends.
 
Gut 200 Besucher erleben im seit Tagen ausverkauften Centraltheater einen bestens aufgelegten Sänger und eine Band voller Spielfreude. Wie eine Bordkappelle auf einem Dampfer der Poesie rockt, swingt und ruckelt sich die Gruppe durch den Abend. Helmut Debus, inzwischen Mitte 60, klingt mit seinen drei Begleitmusikern so jung und frisch wie nie zuvor. Eine beflügelnde Energie hat die Moll-Stimmung vorangegangener Alben ersetzt.
"Lieckut un annersrum" ist das zweite Album, das Helmut Debus mit dem Gitarristen Michael Jungblut, dem Bassisten Iko Andrae und dem Schlagzeuger Andreas Bahlmann eingespielt hat. Das Publikum bekommt vor allem die Songs dieser CD und des Vorgängerwerks "Dreihen un Weihen" zu hören, aber auch einige Klassiker aus dem inzwischen 40-jährigen Schaffen des Künstlers wie "Meta un Susanne", "Ringo un Rosie", "Blaue Wildledderschoh" und "Dognight".
Dieser rockige Debus macht gute Laune, lässt die Leute mitklatschen und singen. Dabei schaut der Dichter voller Fernweh der Welt untern Rock und hört den Klang des Meeres. Manchmal wird dieses Fernweh schon am Strand von Hammelwarden gestillt.
Der rockige Sound brandet durchs Centraltheater. In diesem Gewand haben die Debus-Melodien etwas Süffiges, Mitreißendes. Der Künstler sagt dazu, dass sich für ihn ein Kreis schließe, ein Kreis zu den Madmen, der Rockband, mit der vor einem halben Jahrhundert alles begann.
Dazu spielt Michael Jungblut auf der E-Gitarre wunderschöne Melodien. Sein Spiel ist das musikalische Pendant zu Debus´ Lyrik. Jeder Song trägt auch seine musikalische Handschrift. Sein Spiel allein ist schon das Eintrittsgeld wert.
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